Mittwoch, 10. Oktober 2007

Fringer-Entlassung

Der FC St. Gallen hinkt weiter seinen Erwartungen hinterher. Momentan auf dem letzten Platz in der Super League. Aus 12 Spielen gerade einmal 10 Punkte (8 Niederlagen bereits!!!). Am letzten Samstag zuhause ein 0:4-Debakel gegen den Abstiegskandidaten Nummer 1 FC Thun. Nun hat es erneut den Trainer erwischt. Rolf Fringer (Person rechts auf dem Bild) muss den FCSG per sofort verlassen.

Eine richtige Entscheidung? Ich finde schon.

Wenn man hört, wie kampf- und emotionslos der FCSG gegen Thun gespielt hat, schmerzt das Espen-Herz. Dass da ein Trainer mehr Einfluss nehmen muss, ist unbestritten. Anscheinend hatte Fringer den Draht zu den Spielern nicht mehr, oder er war einfach zu nett. Wenn man Fringers Statistik von gerade einmal 4 Siegen in den letzten 27 Spielen anschaut, erschreckt man und fragt sich, wie sich dieser Trainer bei einem ambitionierten Verein wie dem FCSG (internes Ziel Platz 3!) solange halten konnte. Der Zeitpunkt für eine Entlassung war optimal (wenn man das so sagen darf), da man nun 3 Wochen Meisterschaftspause hat (ich hoffe nur, dass sich der FCSG im Cup-Derby gegen den unterdurchschnittlichen Challenge League Verein FC Gossau nicht blamiert) und die Trainersuche dementsprechend seriös vorgenommen werden kann.

René Weiler (auf dem Bild links) hat nach Loose nun auch mit Fringer nicht das Wahre gefunden. Seine Naivität mit nur 3 Stürmern, einer davon ein Junior, in die Saison zu starten, wurde bestraft (Tachie-Mensah verletzt, Aguirre lange formschwach). Seine Transfers auf diese Saison hin waren sehr mager. Mit Haas zwar einen grossen Namen, doch war er leider bis anhin nur verletzt. Mit Kül ein grosses Talent und mit Fernando einen durchschnittlichen SL-Verteidiger, und das war's. Dann noch die Schnellschüsse aufgrund akuter Stürmernot; Adrian Fernandez (bei Schaffhausen in 26 Spielen 3 Tore) und Mario Luis (ein bereits 29-jähriger Brasilianer), welche zusammen in 12 Meisterschaftsspielen sensationelle 0 (!!!) Tore erzielten. Bei den Fans hat Weiler den Kredit laut FCSG-Fanforum schon länger verspielt. Wann handelt der Vorstand? Seine Interimsaufgabe als Trainer in den nächsten Wochen dürfte für Weiler wohl zukunftsweisend sein.

Den neuen Trainer wird nun nicht mehr Weiler (der hat 2 mal versagt, traut der Vorstand es ihm nicht mehr zu...?), sondern der Technische Leiter Freddy Strasser suchen. Die Gerüchteküche brodelt natürlich bereits wieder. Folgende Namen kursieren momentan am stärksten:
  • Jürgen Seeberger (arbeitslos, ex FC Schaffhausen, cleverer Fuchs, sensationelle Arbeit beim FCS, wo er eine No-Name-Truppe lange in der SL halten konnte, mein Favorit!)
  • Urs Schönenberger (arbeitslos, ex FC Thun, dort grosse Erfolge u.a. in der Champions League, verkrachte sich aber immer wieder mit Klubmitgliedern und Spielern, sei ein Diktator, passt nicht zum FCSG, hat auch keinen Kredit bei den Fans)
  • Marco Schällibaum (Trainer beim FCS, Choleriker, wollte schon immer den FCSG trainieren, bei den Fans hoch im Kurs, bringt Emotionen rein und das bräuchte es momentan beim FCSG sicher. Bringt er aber auch die Mannschaft in der Entwicklung weiter? Meiner Meinung nach ist er kein kompetenter Trainer!)
  • Maurizio Jacobacci (arbeitslos, ex Vaduz und Wil, ehemaliger FCSG-Spieler, trainierte bis anhin nur mittelmässige Vereine, diese aber durchaus mit Erfolg, wirkt kompetent, wäre eine gute Option)

Weitere Möglichkeiten sind:

  • Volker Finke (ex SC Freiburg, grosser Name, grosser Trainer, wäre sensationell, doch für den FCSG wohl nicht finanzierbar und will in nächster Zeit auch lieber eine Nationalmannschaft in Afrika übernehmen)
  • Nestor Clausen (ex FC Sion, sicher eine Option, aber wegen der Sprachbarriere eher unwahrscheinlich)
  • Carlos Bernegger (erfolgreiche Nachwuchsarbeit bei GC, Mistura will aber einen erfahrenen Trainer)
  • Gilbert Gress (Rettete den FC Aarau letzte Saison in Extremis – Erfahrung gross, aber kann er auch den San Galler „Kampffussball“ trainieren?)
  • Uli Forte (FC Wil Trainer (die werden ja immer gehandelt wenn der FCSG mal wieder einen sucht...), hat aber kaum Erfahrung und ist mit 33 Jahren auch extrem jung)
  • Vladimir Petkovic (FC Bellinzona-Trainer, kenne ich nicht)
  • Pierre-André Schürmann (U21 Nati-Trainer, wäre ein guter, der sicher auf zum FCSG passen würde, wird aber wohl kaum wechseln, da er erst vor kurzem die U21 von Challandes übernommen hat)
Oder bleibt am Ende noch Weiler Trainer? Ich bin gespannt und hoffe schwer, dass der neue Trainer die Wende schafft und der FCSG seine neue Fussballarena nicht in der Challenge League eröffnen muss. Es wäre eine Katastrophe für die ganze Region...

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Die Fakten mit nur 4 Siegen aus 27 Spielen sprechen für sich. Es gab in meinen Augen gar keine andere Möglichkeit als Fringer zu entlassen, auch wenn er natürlich nicht der Hauptschuldige an der FCSG-Misere ist. Sportchef Weiler steht genauso in der Verantwortung. Nur konnte man gar nicht beide auf einmal entlassen, da ansonsten die interims-Traineralternative gefehlt hätte. Der ewige Co-Trainer Werner Zünd wäre höchstens noch in Frage gekommen, nur ist der in Rehabilitation nach seiner OP. Weiler ist immer noch überzeugt, dass "seine" Mannschaft eine viel bessere Qualität besitzt als der Tabellenplatz aussagt. Aus all diesen Gründen wurde Weiler noch eine letzte Chance gegeben. Er muss nun als Trainer den FCSG zu Erfolg verhelfen, sprich in 2 Wochen muss im Cup eine Runde überstanden werden und auch in den nächsten Meisterschaftsspielen in Luzern und Neuchatel und zuhause gegen den FCZ müssen möglichst viele Punkte eingesammt werden, ansonsten ist Weilers Zeit als Trainer und Sportchef auch abgelaufen.

Falls in den ersten beiden Spielen zu sehen ist, dass die Mannschaft das unter dem neuen Trainer zeigt, was man von ihr verlangt, dann denke ich auch, dass bis zur Winterpause gar kein neuer Trainer verpflichtet wird, sondern das Evaluationsverfahren länger andauern wird.

Meine beiden (realistischen )Trainerfavoriten sind Maurizio Jacobacci und Jürgen Seeberger. Wie immer wird nach Trainer gerufen, die finanziell den Rahmen sprengen würden wie ein Volker Finke. Natürlich wäre Finke ansonsten DER Trainer für den FCSG. Jacobacci hat bisher zwar noch keine grossen Erfolge erreicht, doch halte ich ihn persönlich für einen Fussballfachmann. Er hatte in der Vergangenheit einfach Pech, dass er jeweils auf Präsidenten gestossen ist, welche ihm nicht die nötige Zeit gegeben haben.

Jürgen Seeberger hat ein Handicap. Er hat bisher nur gegen den Abstieg gespielt mit Schaffhausen (was auch nicht anders zu erwarten war). Darum traut man ihm nicht zu, eine Spitzenmannschaft trainieren zu können. Wenn wir jedoch die jetzige FCSG-Lage ansehen, gehts vorerst ja auch nur vom Tabellenende wegzukommen. Wenn man jedoch die Tabelle genau betrachtet sieht man, dass der 4. Tabellenplatz, welcher von Neuchatel belegt wird nur gerade 5 Punkte entfernt ist. Was sind 5 Punkte in noch 24 Spielen? Der 4. Tabellenrang würde Ende Saison einen Uefa Cup Platz bedeuten, sofern Basel, Zürich oder YB Cupsieger werden und nicht gleichzeitig den Meisterkübel holen.

Aber eben, step by step! Zuerst heisst es bir zur Winterpause da unten rauszukommen und dann sieht man weiter. Doch die Erwartungshaltung in St. Gallen ist mit dem Einzug ins neue Stadion natürlich riesig!

th