Am vergangenen Freitag konnte ich zusammen mit drei ZHAW-Kollegen Arena, die Politiksendung des SF besuchen. Eines vorweg, ich bin kein FDP-Sympathisant nur weil ich hinter Fulvio Pelli sass. Die Platzeinteilung erfolgte nach dem Zufallsprinzip, einer meiner Kollegen musste sogar, weil es in der 2. Reihe keinen Platz mehr hatte, neben Roger Köppel, dem Chefredaktor des SVP-Kampfblattes „Weltwoche“ stehen.Diskussionsthema der Sendung war: „Der Bundesratskrimi, wie geht es weiter?“. Bereits vor Beginn der Aufzeichnung (die übrigens versetzt von 18:30 – 20.00 Uhr und nicht Live ausgestrahlt wird) die erste Enttäuschung. Die SVP boykotierte die Sendung. Man wolle als Oppositionspartei die Hälfte der Redezeit und die Hälfte der Teilnehmerplätze haben. Lächerlich, kindisch diese Forderung, welche dann von der Redaktion vom Schweizer Fernsehen auch nicht erfüllt wurde. Ueli Maurer hatte am Vorabend noch zugesagt und am Freitagmorgen dann wieder abgesagt…
Die Sendung war dann ziemlich emotionslos. Roger Köppel bezeichnete sie sogar ironisch als Gottesdienst. Höhepunkt war CVP Darbellays Einlage wo er seinen Tisch packte und sich symbolisch FDP Pelli annäherte, die Seite zu ihm hin wechselte. Ansonsten überraschte die neue Bundesrätin mit ihren persönlichen Vorstellungen wie die IV (durch MwSt-Erhöhung) saniert werden soll und dass sie sich für die Familienpolitik und gegen Atomkraftwerke stark machen werde. Da hatte Darbellay eine Riesenfreude und zeigte jeweils den Daumen und ein breites Grinsen der FDP-Politikerin vor mir…
Einmal mehr wurde meine Meinung bestätigt, wonach ein Parteipräsident extremen Einfluss auf den Erfolg seiner Partei ausüben kann. Darbellay (er war zwar in den ersten Arena-Sendungen extrem schwach laut Gespräch mit Moderator Urs Leuthard nach der Sendung) und Genner (sie wirkt als Präsidentin der Grünen einfach sehr authentisch) machen einen guten Job, Fehr (hat keine Ausstrahlung und wird das Image des arroganten Intelektuellen nicht los) und Pelli (hätten ein sehr gutes Parteikonzept, bringt es aber nie auf den Punkt) sind Hauptschuldig an den vergangenen Wahlschlappen der SP und FDP.
Höhepunkt für meine Kollegen und mich war aber das knapp 2-stündige Gespräch mit Urs Leuthard und später Regula Stämpli (Politologin) sowie Ruth Genner, die sich zu uns setzten. Wir bekamen nicht nur interessante Inputs für unser Studium sondern vor allem auch spannende Insiderinformationen wie es denn so abgeht im Bundeshaus. Die Aussage von Genner wonach die Linke mit Christoph Mörgeli und dem ehemaligen Nationalrat und Minarett-Verbot-Initiative Träger Ulrich Schlüer nicht reden kann überraschte mich wenig. Dass sie aber Blocher lobte, er könne sehr gut zuhören und nehme gute Ideen auch auf, erstaunte mich. Ruth Genner lobt die Diskurs-Fähigkeit von Blocher – wow!
Auch Leuthards Aussage über Schawinski, den er als tollen Motivator und Teamgeist-Förderer in Erinnerung hat, liess mich staunen. Hätte ich nicht gedacht von einem Selbstdarsteller und Freak wie es Schawinski ist. (Obwohl mir Leuthard bei dieser Beschreibung auch recht gab…)
Die Gründe für die Abwahl Blocher, da waren sich Ruth Genner, Urs Leuthard, Regula Stämpfli und wir einig, lagen wohl bei vier Mosaiksteinchen. Den Bericht über Christoph Blochers Bruder im Reporter, der Entzug von Kommissionen bei Bündnern Parteimitgliedern der SVP und die Rede von Fraktionspräsident Bader am Wahltag, sowie die Drohung von Blocher im Vorfeld der Wahlen, wonach der in die Opposition gehen werde bei einer Abwahl.
Zum Schluss verabschiedete sich vor mir noch Roger Köppel bei Urs Leuthard mit den Worten: „Unglaublich, umso meh i mi mit dem uuseinandersetz und Gedanke mach umso skandalöser findis, die Widmer-Schlump isch jo ganz übel, ka politischi Linie, zum Teil sogar linki aasichte als SVP-Frau…“ Man kann sich also auf ziemlich derbe Berichte in der nächsten Weltwoche gefasst machen. Werde deshalb versuchen, den Besuch von Köppel am IAM in Winterthur nicht zu verpassen, da er genau am Tag nach Ausgabe der Weltwoche stattfindet – am kommenden Freitag.
Übrigens - Leuthard wird an unserer FH auch den Stand-Up Kurs leiten, weil der Studiengang da jeweils in Gruppen aufgeteilt wird, hab ich mich vorsichtshalber bereits bei ihm vormerken lassen, er solle sich darum kümmern, dass ich bei ihm in der Gruppe sei... ;-)

3 Kommentare:
ja die arena sendung wäre bestimmt spannender gewesen, wäre doch ueli murer gekommen. naja. hey claudio, spannender bericht trotzdem , schriebsch würkli mega guet. die nögscht arbet für dschuel gibi dir denn zum durelese und kontrolliere lg ädri
guete bricht clödu...
dun bisch igschlofe oder wieso chunt nünt neus meh.. wötsch aber nöd sägä hegisch so viel ztue oder??
gr
da frög i mi au!!!
Kommentar veröffentlichen