Die Saison meines Unihockey-Vereins Rheintal Gators Widnau ist zu Ende. Nach dem sehr starken 3. Rang der letzten Saison, haben wir diese Saison einige schwache Spiele abgeliefert und teilweise unglücklich verloren. Am Ende reichte es so nur zu Platz 5. Wichtig war es aber den Klassenerhalt zu erreichen, da die 1. Liga Grossfeld verkleinert wird und bald nur noch 20, statt wie bisher 40 Mannschaften darin spielen. Da ich in meinem Studium den Auftrag hatte ein Interview zu führen, entschied ich mich spontan für einen Rückblick auf unsere Saison. S. K. aus W., Center des 2. Blocks, war so freundlich und beantwortete mir einige Fragen:Am Ende der Saison nur Platz 5 für die Gators. Was waren Deiner Meinung nach die Hauptgründe, dass es diese Saison nicht mehr so gut lief?
S. K.: Die Gegner sind stärker, das Leistungsgefälle innerhalb der Liga deutlich kleiner geworden. Mit einem überraschend starken Aufsteiger (Calanda Flyers Trimmis) sind wir nicht zu Recht gekommen. Zudem haben sich die gegnerischen Mannschaften durch Spieler aus anderen, teils höherklassigen Vereinen verstärkt, was bei uns nicht der Fall war. Zum anderen machte sich bei unserem Team aber auch das eher schlecht ausgeglichene Sommertraining bemerkbar. Es entstand ein Rückstand gegenüber anderen Jahren, den wir während der Saison nicht mehr aufholen konnten. Das spielerische Potential wäre vorhanden gewesen, doch konnten wir es durch fehlende Kondition, und somit fehlende Konzentration in den entscheidenden Momenten, nicht ausschöpfen.
Was war für Dich der Höhepunkt, was der Tiefpunkt der Saison?
S.K.: Der Höhepunkt war für mich der hohe Sieg gegen Bazenheid. Wir konnten diesen zwar leider nicht vor dem Heimpublikum einfahren, dafür aber die treuen mitgereisten Fans begeistern. Tiefpunkt war eindeutig die „Ohrfeige“ beim Derby gegen den UHC Sarganserland. Nach zwei knappen Niederlagen in den vergangenen Derbys, brachen wir förmlich auseinander und gingen mit 2:11 unter. Das war sehr bitter für jeden Gator.
Auffällig über die ganze Saison hinweg waren das schwache Powerplay, wenig eingespielte Spielzüge und kaum direkte Abschlüsse. Wurde neben der schlechten Vorbereitung auch während der Saison schwach oder falsch trainiert?
S.K.: Das Powerplay war ganz klar unsere grosse Schwäche in dieser Saison. Da haben wir noch sehr viel Steigerungspotential. Direkte Spielzüge wurden aber genug trainiert, jedoch können diese im Spiel selten 1 zu 1 umgesetzt werden, schliesslich verhält sich nicht jeder Gegner gleich. Zudem ist bekannt, dass wir eher eine Kontermannschaft sind und mit der Spielgestaltung teilweise Mühe bekunden. Das mag von aussen betrachtet manchmal ideenlos wirken.
Ideenlos ist das eine, die Fans bemängelten teilweise aber sogar fehlenden Siegeswillen und keine Emotionen im Team. Früher hatten die Gegner Angst ins Rheintal zu fahren. Heuer konnten nur drei von neun Heimspielen gewonnen werden. Warum?
S.K.: Dass uns zuhause nie die Leistung gelungen ist, die wir auswärts jeweils abrufen konnten, bleibt für mich unerklärlich. Für die Fans muss dies sehr frustrierend gewesen sein, das kann ich verstehen. Fehlender Siegeswille kann uns aber nicht vorgeworfen werden, schliesslich ist der Sieg in jedem Sport das Ziel. Emotionen sind im Team genügend vorhanden. Auf einem solch hohen Niveau ist es aber einfach gefährlich, sich über Fehlentscheide der Schiedsrichter oder über Aktionen des Gegners allzu stark aufzuregen. Dass führt nur zu Unkonzentriertheiten und hindert einem, seinen Job auf dem Feld richtig auszuführen.
Trotzdem sind die Gators als leicht zu provozierendes Team bekannt, warum lassen sich einzelne Spieler immer wieder auf solche Spielchen mit den Gegnern ein?
S.K.: Ich denke, dass das nur einzelne Spieler sind, welche sich auf solche Sachen einlassen. Dies schadet dann dem Ruf des ganzen Teams. Jedoch zeigt die Statistik dieses Jahr klar auf, dass wir uns da verbessert haben. Wir haben weniger Strafminuten als in den letzten Saisons erhalten. Dies spricht für die Disziplin im Team.
Fehlt es den Gators an Führungsspielern? Mangelt es an Leadern, welche in den entscheidenden Momenten Verantwortung übernehmen?
S.K.: Die fehlen manchmal wirklich. Wir sind ein junges Team. Viele Spieler sind langsam ins Team hineingewachsen, die älteren haben nach und nach aufgehört zu spielen. Mit P. G. aus W. verlieren wir nun auf die neue Saison den routiniertesten Spieler unseres Teams und damit auch jenen, der letzte Saison die Mannschaft noch am meisten pushen konnte. Nun wird es Zeit, dass andere das Zepter übernehmen und vielleicht auch mehr vom neuen Trainerstab kommt.
Du sprichst die Änderungen im Team an. Mit einigen Rücktritten und dem Trainerwechsel steht das Team vor einem Umbruch. Was verspricht ihr euch davon?
S.K.: Ein Trainerwechsel bringt neue Inputs ins Trainingswesen und hoffentlich auch ins Spielwesen. Es wird sich jeder neu beweisen müssen. Jeder muss zeigen, was in ihm steckt, um nicht die Bank drücken zu müssen. Die Rücktritte schmerzen zwar, können aber sicher durch junge, hungrige Spieler aus der eigenen Juniorenabteilung kompensiert werden.
Was fehlt den Gators noch, um das langfristig angestrebte Ziel, in der NLB Fuss zu fassen, zu erreichen?
S.K.: Die Konstanz eine Saison lang auf sehr gutem Niveau spielen zu können. Dass das Potential vorhanden ist, haben wir in einigen Spielen gezeigt. Nun gilt es, dieses weiter zu fördern und in den Spielen abrufbereit zu haben. Zudem ist in gewissen Situationen noch mehr Cleverness und Routine nötig. Wir haben aber ein junges, talentiertes Team und noch genügend Zeit.
Wie sieht es mit Deiner Zukunft aus? Kommt für Dich ein Vereinswechsel in Frage, um vielleicht in der NLB oder NLA spielen zu können?
S.K.: Ich werde meinem Verein treu bleiben, sofern es die Zukunft zulässt. Angesichts des bald endenden Studiums kann ein Vereinswechsel ein Thema werden, wenn der neue Arbeitsplatz zu weit von Widnau entfernt wäre. Jedoch denke ich nicht, dass dies dann in einer höheren Liga sein wird.
In der nächsten Saison gibt es nur noch drei 1. Liga-Gruppen, übernächste Saison sogar nur noch deren zwei. Das heisst, es steigen im kommenden Jahr erneut 3-4 Teams pro Gruppe ab. Was kann man von den Gators nächste Saison erwarten? Was sind die Ziele?
S.K.: Unser Hauptziel ist ganz klar der Ligaerhalt! Alles Weitere wird sich ergeben, denn es kommen einige neue Teams in die Gruppe, die wir noch nicht kennen. Eine Prognose betreffend Tabellenplatz wage ich deshalb nicht.
Und zum Schluss noch, warum werden die Fans der Gators nächste Saison wieder gerne an die Heimspiele ihres Teams kommen?
S.K.: Weil wir unser Publikum wieder mit gutem und attraktivem Unihockey verwöhnen wollen. Wir werden die treuen Fans für die letzte Saison entschädigen und dadurch vielleicht auch den einen oder anderen neuen Fan dazu gewinnen. Die Gators sind wie eine grosse Familie. Die Stimmung während und nach den Spielen in der heimischen Aegeten ist immer ausgelassen. Was spricht also dagegen, an einem Samstagabend in die Aegeten zu gehen und gutes Unihockey zu sehen? Auf jeden Fall freuen wir uns auch das nächste Jahr auf zahlreiches Erscheinen!
El Cloedels Saisonfazit und Ausblick...
Meine persönliche Bilanz fällt für diese Saison leider sehr bescheiden aus. Ich konnte zwar die meisten Spiele bestreiten (15 von 18), doch meine Ausbeute war eher mager. Selten konnte ich mich entscheidend in Szene setzen, was man von einem Stürmer aber eigentlich erwartet. Durch den Umzug nach Winti konnte ich nur noch einmal pro Woche mit dem Team trainieren, was sich dann gegen Ende Saison immer deutlicher bemerkbar machte. Zwar trainierte ich auch in Winterthur regelmässig, doch meist nur auf dem Kleinfeld. Falls ich weiterhin bei den Gators spielen will, muss ich einfach mehr trainieren und dies vor allem auch auf dem Grossfeld. Momentan weiss ich aber noch nicht, wie es mit mir und dem Unihockey weitergehen soll. Zu einem anderen 1. Liga-Verein wechseln (in der Nähe von Winti), möchte ich nicht, bei den Gators gefällt es mir zu gut. Und das Angebot des NLA Vereins Rychenberg Winterthur war zu dürftig (kleiner Scherz am Rande... *g*). Ausserdem wäre ich dann an den Wochenenden an denen wir Spiele haben jeweils gezwungen, hier in Winterthur zu bleiben. Auf die nächste Saison hin haben wir bei den Gators aber ohnehin einen neuen Trainer. Mal schauen was er zu meiner Situation meint. Eine Möglichkeit wäre sicher der Wechsel ins Team II der Gators. Aber der Ehrgeiz im Team I zu spielen ist halt schon vorhanden. Muss mir überlegen, was ich wirklich will, und wie wichtig mir das Unihockey ist. Kommt Zeit kommt Rat, heisst es bekanntlich. Denn wenn ich was mache, dann richtig, und nicht so halb-halb wie vergangene Saison. Vorerst geniesse ich aber die freie Zeit und lass den Bauch ein wenig runder werden. ☺

1 Kommentar:
lalibi hofft auf einen nicht - zu - runden Bauch!*g* ;)
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