Chur führt ein generelles Alkoholverbot im öffentlichen Raum nach Mitternacht ein. St. Gallen hat bei der letzten Abstimmung die Installation von Kameras an „gefährlichen“ Orten angenommen. Genf, das zwar sonst eher als links und tolerant gilt, führt eines der strengsten Rauchverbot-Gesetze in der Schweiz ein. Ich frage mich, wieweit es noch mit Verboten und Einschränkungen gehen wird? Sind restriktive Massnahmen wirklich die richtigen Methoden um die vorhandenen Probleme zu lösen? Bleibt da noch Raum für Freiheit und Selbstentfaltung?
Ich bin gegenüber diesen Verboten sehr skeptisch eingestellt, ein gewisser Jugendschutz muss vorhanden sein, doch mittlerweile werden dadurch vor allem auch die Rechte der Erwachsenen eingeschränkt. Jetzt darf ich dann bald kein Bier mehr trinken während dem ich am Bodensee den Sonnenuntergang betrachte, oder wie?
Trotzdem gibt es auch gute Verbote. So dürfen in Schaffhausen Demonstranten keine Vermummung mehr tragen. Was ich richtig finde, denn Chaoten an Demonstrationen mit Sachbeschädigungen sollen belangt werden können. Ein nationales Gesetz in diese Richtung würde die sinnlose Verwilderung an Kundgebungen einschränken und den Fokus vielleicht wieder auf die zentralen Aspekte und Botschaften solcher Anlässe lenken. Denn oft gehen gute Ideen und Botschaften an Demonstrationen durch die Gewaltakte von Einzelnen unter.
Übrigens – warum die Unternehmenssteuerreform angenommen wurde, kann man sehr gut im neuen Kinohit „Der Krieg des Charlie Wilson“ nachvollziehen. Charlie Wilson setzt sein Ziel, das Budget für die geheime Unterstützung Afghanistans, nur dank vielen Kompromissen und Stimmzusagen an andere durch. Das knappe Resultat bei der angesprochenen Reform in der Schweiz zeigt, dass die Vorlage eigentlich nicht gut ist und einige Schwächen hat, durch die vielen Kompromisse aber doch noch knapp durchkam. Ob es sinnvoll ist, bleibt abzuwarten. Kurzfristig geht aber einiges an Steuergeld verloren...
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3 Kommentare:
Ja ja die persönliche Freiheit des Einzelnen wird schon sehr eingeschränkt, nichtmal mehr auf dem Marktplatz in St. Gallen wird man sich noch in der Nase bohren können, ohne dass sich irgendwelche Polizisten hinter Bildschirmen hockend, unter schallendem Gelächter die Szenerie in Slow Motion Vorwärts und wieder Rückwärts und nochmals Vorwärts anschauen, denn dafür haben sie dann Zeit, sie müssen sich die Zeit nicht mehr mit rumlatschen dem Herrgott stehlen. Auch das Bier am schönen See wird einem nicht mehr gegönnt werden, ein lautes Wort und der Streifenpolizist schreitet ein, ein Schnäpsle in ehren auf der Strasse und der Quartierpolizist ist zur Stelle und verbietet dem schaffigen Biedermann ergözlich auch dieses Vernügen....
War ist, dass die Freiheit des Einzelnen dort aufhöhrt, wo sich andere dadurch eingeschränkt fühlen und genau das war in Chur scheinbar der Fall, ob dieses Gesetzt Sinn macht oder überhaupt durchgesetzt werden wird ist fraglich. So Verhält es sich mit anderen Gesetzen. Tatsache ist, dass wir viel Freiheit haben.
Gruess Anonymus;-)))))
Ich hab einfach auch ein bischen das Gefühl, das sich da ne sehr alte Bevölkerung gegen ihren Jungen Mitglieder sperrt...
Lieber Anonymus (alias sWasser, so schlecht war der Eintrag jetzt nicht als dass du dich nicht outen darfst... *g*)
"Freiheit hört dort auf, wo sich andere eingeschränkt fühlen." Das ist schon so, nur hab ich das Gefühl, dass durch den zunehmenden Individualismus unserer Gesellschaft die Toleranzgrenze stetig abnimmt und so immer mehr Bagetellen als Einschränkungen angeprangert werden.
Ich spüre dies teilweise auch in meiner WG, wo ständig reklamiert wird, nur weil wir im Verglich zum Rest des Wohnhauses noch "Leben"... :-) Und wir sind, glaube mir, für junge Leute sehr angenehme Mitbewohner, wenn ich denke was sich andere leisten (können)! Sollte da nicht ein gegenseitiger Prozess, Rücksichtsnahme von der einen, aber auch Toleranz von der anderen Seite stattfinden?
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