Sonntag, 22. Oktober 2006

Schweizer Armee


Nach 2 Jahren Ruhe musste ich wieder daran glauben. Mein 1. WK war fällig, unsere Truppe hatte die Chance, diesen an der OLMA zu absolvieren.

3 Wochen Freiheits-Entzug, Banalität, Chaos, Langeweile und Sinnlosigkeit. Mehr gewinn ich auch nach diesen Tagen nicht aus meiner Militärzeit. Es ist unglaublich, dass Leute die Firmen bis zu 20'000 CHF pro Tag generieren aus ihrem Alltag rausgerissen werden und der Wirtschaft neben der fehlenden Arbeitskraft auch noch 20% Lohn kosten. Ganz zu schweigen von dem, was wir alles mit den Steuergeldern an sonnloses Putzen und Herumhängen der Soldaten bezahlen, traurig.

Positiv anzumerken ist nur der Auftritt an der OLMA, der ist gelungen, muss ich anerkennen. Die entscheidende Frage bei dieser 700'000 CHF Investition des VBS liegt allerdings für mich bei der Grenze zwischen Aufklärung des Volkes und reines Marketing, sprich Werbung für ein in der Öffentlichkeit nicht mehr im positiven Licht stehenden Verbandes. Da muss sich jeder selber fragen ob es fair ist, dass man aus den Steuergeldern des Schweizer Volkes das Militär derart einseitig darstellt. Müsste man nicht auch den Gegnern die gleichen Mittel zur Verfügung stellen oder sie bei der Austellung mitwirken lassen, um damit jedem eine faire Chance auf eine eigene Meinungsbildung zu gewähren?

An der OLMA habe ich mit vielen Menschen über die Problematik unseres Militärsystems diskutiert, Ältere meinten es war früher nicht anders, Jüngere sagten es müsse halt sein und ich sage NEIN und STOPP! Es muss, soll, darf und kann nicht sein. Bei aller Notwendigkeit gewisser Aufgaben der Armee, der Aufwand im Verhältnis zum Ertrag ist absolut indiskutabel. Die Schweiz muss weg vom Milizsystem, das Berufsmilitär ist unumgänglich und bringt meiner Meinung nach nur Vorteile. Ausserdem sollte parallel dazu der Zivilschutz ausgebaut und professionalisiert werden. Jene Leute sollten in Krisensituationen produktiv und selbstständig arbeiten können und nicht nur wie heute einige Tage pro Jahr in Schulung gehen. Übungen wie sie vor kurzem gerade im Rheintal stattgefunden haben sind dazu ein probates Mittel.

Um meiner Meinung mehr Ausdruck zu verleihen, bin ich endlich (hätte es schon während der RS-Zeit machen sollen, vorallem nachdem ich den sehr gut gestalteten "Panzerknacker" gelesen habe) der GSoA (Gruppe für eine Schweiz ohne Armee) beigetreten. 50.- CHF Mitgliedergebühr und dafür laufende Infos und Unterschriftensammlungen falls der Bundesrat mal wieder sinnlos in Waffen investieren will...

Bist du auch bereits GSoA-Mitglied? Wenn nicht, Los!
--> GSoA-Homepage / Anmeldung

2 Kommentare:

saile klein hat gesagt…

hast du von der clown-army was mirgekriegt?

www.aktiv-unzufrieden.ch

- El Cloedel - hat gesagt…

Hehe, habs gelesen, ne witzige Aktion!

War leider aber nur bis Freitag dort und habs daher nicht live miterlebt... :-/